Siebdruck selber machen: Schritt für Schritt zum ersten Druck

Yay, dein Akkolade Starter Set liegt vor dir. Dann kann es jetzt wirklich losgehen.

Vielleicht hast du schon die ersten Drucke mit deinem Set hinter dir. Vielleicht liegt noch alles ordentlich da und wartet auf den ersten Einsatz. Beides ist perfekt.

Jetzt gehen wir gemeinsam Schritt für Schritt, damit du in Ruhe starten kannst und am Ende deinen eigenen Druck in den Händen hältst.

Bevor wir in die einzelnen Schritte gehen, bekommst du hier einmal den kompletten Ablauf im Überblick. So kannst du dich orientieren und weißt jederzeit, wo du gerade bist.

Siebdrucken folgt meist dem gleichen Ablauf. Wenn du ihn einmal verstanden hast, wird jeder weitere Druck automatisierter.

Ablauf deines ersten Siebdrucks

Du kannst dich an dieser Reihenfolge orientieren oder direkt zu dem Schritt springen, den du gerade brauchst.


Druckplatz vorbereiten

Bevor du startest, richtest du dir deinen Druckplatz ein. Das dauert nur ein paar Minuten und macht alles danach entspannter.


  • Drucke an einem Tisch oder direkt auf dem Boden
  • Lege einen großen Bereich mit Zeitungspapier oder einer Unterlage aus
  • Schütze auch deine Kleidung
  • Um Stoff zu bedrucken eignet sich eine Filzunterlage oder eine alte Fleecedecke besonders gut. Achte darauf, dass die Unterlage keine Struktur hat.
  • Wenn du ein Kleidungsstück bedrucken möchtest, lege unbedingt etwas dazwischen, damit die Farbe nicht auf die Rückseite durchdrückt
  • Nutze am besten einen Teststoff oder ein Shirt mit Flecken für deine ersten Drucke
  • Achte darauf, dass du Zugang zu einem Waschbecken hast, damit du dein Sieb direkt nach dem Drucken reinigen kannst
  • Lege alle Materialien aus deinem Starter Set bereit
  • Zusätzlich benötigst du etwas zum Bedrucken sowie Stift, Papier, Cutter und eine Schneideunterlage

Cutter, Schneideunterlage oder eine Filzunterlage findest du natürlich im Shop. Auch passende Farben und Druckträger kannst du dir jederzeit ergänzen.

Zubehör entdecken

Wenn alles bereit liegt, kannst du direkt loslegen und bleibst im Flow.


Schablone und Sieb vorbereiten

Du kannst dafür dein eigenes Motiv verwenden oder direkt mit den Vorlagen arbeiten, die in deinem Starter Set enthalten sind. Die Motive sind so gestaltet, dass du sie leicht mit der Hand ausschneiden kannst und ein gutes Gefühl für deine ersten Drucke bekommst.

  • Drehe dein Sieb auf den Rücken und lege deine Cutting Folie aus dem Set (die halbtransparente) darauf. Jetzt zeichnest du dir den Bereich ein, der genau in der Mitte des Siebs liegt. Oberhalb und unterhalb sollte jeweils etwa 2 cm Platz zum Rakeln sein, damit du die Farbe später gut über dein Motiv ziehen kannst.
  • Lege deine Cutting Folie so über dein Motiv, dass es genau in deinen perfekten Druckbereich passt, den du dir eben eingezeichnet hast, und pause das Motiv ab.
  • Jetzt schneidest du dein Motiv aus der Folie. Alles, was du ausschneidest, wird später gedruckt. Nimm dir dafür einen ruhigen Moment. Mit jedem Schnitt bekommst du mehr Sicherheit und ein besseres Gefühl für das Material.

Deine Siebdruck Schablone ist damit fertig.

Schneide die Schablone so auf deinen Rahmen zu, dass sie das ganze Sieb gut abdeckt, aber nicht über den Rahmen ragt.

Jetzt befestigst du die Schablone mit etwas Tape hinter deinem Rahmen, damit nichts verrutscht. Falls deine Schablone dein Sieb nicht komplett abdeckt, klebe bitte mit Tape alle Stellen ab, die sonst Farbe durchlassen würden. Nur dein Motiv bleibt frei.

Dein Sieb ist soweit vorbereitet. Jetzt geht’s ans Drucken.


Drucken

  • Lege zuerst deinen Stoff oder dein Papier bereit. Wenn du Stoff bedruckst, liegt darunter deine Filzunterlage oder etwas, das die Farbe auffängt. Achte darauf, dass alles glatt liegt und sich nichts verschiebt.
  • Setze dein vorbereitetes Sieb mit dem Motiv auf deinen Druckträger und streiche den Stoff einmal mit der Hand glatt.
  • Gib mit dem Spatel etwas Farbe oben auf dein Sieb. Verteile sie gleichmäßig über die Breite deines Motivs. Deine Rakel sollte dabei immer die gesamte Motivbreite abdecken. Im Starter Set passt sie genau zu deinem Rahmen.

  • Keine Sorge wegen der Farbe. Alles, was übrig bleibt, kommt nach dem Drucken wieder zurück ins Glas.
  • Bevor du druckst, flutest du dein Sieb. Das bedeutet, du ziehst die Farbe einmal locker mit der Rakel über das Motiv. Die Rakel liegt dabei eher flach auf. So füllt sich dein Motiv gleichmäßig mit Farbe.
  • Jetzt hältst du die Rakel etwas steiler, etwa im 45 Grad Winkel. Beim zweiten Rakeln druckst du die Farbe mit gleichmäßigem, spürbarem Druck über dein Motiv auf deinen Druckträger.
  • Hier darfst du ruhig mutiger sein. Du druckst die Farbe jetzt wirklich durch das Sieb auf den Stoff oder das Papier. Ein gleichmäßiger, zügiger Zug mit Druck bringt dir das beste Ergebnis.
  • Wenn du unten angekommen bist, kippst du die Rakel leicht nach vorne, nimmst die restliche Farbe mit und setzt sie wieder oben an.
  • Jetzt kannst du, wenn nötig, noch einmal über das Motiv drucken. Bei dünnem Stoff reicht oft ein Druck. Bei festerem Material kannst du zwei bis drei Mal darüber gehen.
  • Hebe dein Sieb vorsichtig an.

YAY – dein erster Siebdruck.


Nach dem Drucken das Sieb auswaschen

  • Wenn du mit deinem Motiv fertig bist, gibst du die restliche Farbe mit dem Spatel zurück ins Glas, ziehst deine Schablone vom Sieb und wäschst es direkt mit kaltem bis lauwarmem Wasser und einem weichen Schwamm aus.
  • Auch Rakel, Schablone und Spatel kannst du direkt mit auswaschen.

Dein Sieb muss frei von Farbe sein. Falls dein Siebdruckgewebe noch einen leichten Schatten deines Motivs hat, nennt man das „Geist“. Der ist harmlos.

Wichtig ist nur, dass keine Farbpartikel im Sieb trocknen. Denn dann ist dein Sieb „zu“ und lässt an diesen Stellen keine frische Farbe mehr durch. Dein Druck wird dann nicht mehr gleichmäßig.

Sollte das der Fall sein, kannst du einen Schmutzradierer verwenden und dein Sieb so lange reinigen, bis es wieder frei ist.

Alle Materialien sind wiederverwendbar und warten nach dem Trocknen auf deinen nächsten Druck. Mit der Zeit hast du dann eine kleine Schablonen Sammlung und kannst den Punkt überspringen und direkt drucken.


Stoff mit Hitze fixieren

Nach dem Trocknen fixierst du dein Motiv, damit es dauerhaft haltbar wird.

  • Du kannst entweder etwa 5 Minuten bei 160 Grad Umluft im Backofen fixieren oder
  • 3 bis 5 Minuten pro Motiv mit dem Bügeleisen

Lege dabei Backpapier zwischen Bügeleisen und Druck und arbeite ohne Dampf.

So wird dein Druck waschbeständig bei 40 Grad. Papier muss nicht fixiert werden.


Dein erster Druck ist gemacht.

Und genau so geht es weiter. Mit jedem Motiv, mit jedem Stoff, mit jedem Versuch bekommst du mehr Gefühl für den Ablauf und entwickelst deinen eigenen Stil und ein „Siebdruckauge“ für Motive. Neue Motive, andere Stoffe, verschiedene Farben. Alles ist möglich.

Siebdruck ist kein starres System. Es ist ein Handwerk, das sich mit dir entwickelt und genau in deinen Alltag passen darf.

Wenn du noch mehr ausprobieren möchtest, findest du bei mir alles, was dazu passt. Von einzelnen Materialien über neue Farben bis hin zu Erweiterungen für dein Starter Set.

Hier auf dem Blog, wächst Schritt für Schritt eine Sammlung an Ideen, Anleitungen und Inspiration rund um Siebdruck zu Hause.

Verena


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